RundEuropa 2019, 11. Tag :: Sreser – Baška Voda

Freitag, 26.04.2019, 14:21:36 :: Baška Voda, Pension Palac

Gestern Abend früh ins Bett, heute morgen früh raus. Das Meer spiegelglatt, leichter Wind, immer noch sehr dunstig, …

… die Sahara, die uns seit Anbeginn der Fahrt verfolgt und die ganz Europa mit rot-gelbem Staub gepudert hat, will immer noch nicht weichen.

Das ist schade, denn viele Fotos zeigen dadurch nicht, was wir sehen beziehungsweise ahnen.

Von der Familie sehen wir niemanden, nur die Besitzerin des Autos mit Odenwaldkreis-Kennzeichen neben uns putzt ihr Gefährt von innen und aussen säuberlichst und meint auf Nachfrage, dass sie schon seit ewigen Zeiten hierher kommen, jetzt bauen und hierher ziehen werden. Deutschland? Nicht unbedingt …

Und sie hat ja so recht: Hier ist es still, kein Verkehr, nur Vögel und derzeit tagsüber die Männer, die die Pension vorwärts bringen.

Wir kommen gegen 8:30 Uhr weg und fahren zurück über Ston auf die Hauptstrasse. Je nachdem, aus welcher Richtung man sich dieser riesigen Festigungsanlage nähert, erstaunt sie immer wieder auf neue Weise; angeblich ist es ja die längste Festungsmauer Europas, was plausibel wird, wenn man sie von verschiedenen Seiten gesehen hat.

Die Fähre Tripanj – Ploče wäre erst um 12 Uhr gegangen, ausserdem will ich das Delta der Neretwa zwischen Opuzen und der Neretwamündung durchqueren, das man normalerweise grosszügig auf der Umgehungsstrasse umfährt. Ich habe das in Google Earth bereits vor einiger Zeit ausbaldowert – jetzt soll es auch passieren.

Das klappt auch alles ganz gut. Die Fahrt wird eigentlich nur gestört durch relativ viel Verkehr, optisch vor allem – wie gestern auch – durch den ungehemmten Neubau von Hotels und Apartments, die niemals von einheimischen normalen Familien gestemmt werden können. Da fliesst wohl eine Menge Schwarzgeld, um die so gewaltige Landschaft zwischen Adria und den Gebirgsmassen zu einem Eldorado von kitschigen Hoteltürmen umzugestalten …

Habe ich schon erwähnt, dass die Blaue Iris, das Wahrzeichen Kroatiens, überall am Strassenrand blüht?

Das Delta der Neretva

Das Delta ist beschaulich, die wenigen kleinen Dörfer (meist nur 3-5 Häusern) sind meist malerisch unaufgeräumt – Reichtum findet hier nirgends statt trotz der wuchernden Obst- Kartoffel- und sonstiger Gärten und Felder.

An den Stränden am Ende des Deltas herrscht ebenfalls noch Ruhe, die ersten Buden und kleinen Restaurant beginnen mit Malern und Einrichten.

Baška Voda …

… finden wir hingegen in aufgewecktem Zustand: Unsere Pension Palac hat ein schönes Zimmer für uns, 20 € pro Person und Nacht, das ist völlig in Ordnung.

Ob uns der Zimmername wohl schadet?

Das Internet funktioniert wie immer hervorragend, so dass es sich lohnt, endlich aufzuarbeiten und zu Schreiben. Hierzu braucht es neben den Fotos, die geo-getagt sein wollen und an denen ich meist entlang schreibe, eben auch Recherche.

Nur an wenigen Abenden fanden wir ein dauerhaft funktionierendes Internet vor. Daher haben wir uns extra sowohl in Griechenland einen Vertrag mit mobilen Daten auch unter Roamingbedingungen abgeschlossen und in Albanien eine Prepaid-SIM mit 15-GB-Kontingent gekauft, mit der Zusicherung, sie sei international einsetzbar. Nichts da: Weder die griechische noch die albanische Variante funktioniert.

Google-Fotos

Bildergalerie in Google Fotos

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RundEuropa 2019, 5. Tag :: Zitsa – Sarandë

Samstag, 20.04.2019, 19:25:07 :: Sarandë, Hotel Edo
Sonntag, 28.04.2019, 21:56:47 :: Baška Voda, Palac

Letztes Frühstück in der Küche der Mutter von Kostas, natürlich mit frischem Gebäck aus der Bäckerei, Brot gekauft, ade gesagt …

Kinder kommen zum Vorsingen: Es ist Lazarustag, der Tag an dem Jesus den armen Lazarus geheilt hat. Da gelten die ehernen Regeln in Griechenland: Singen und Sammeln.

Sie haben Tischchen mit grünen Zweigen und einem Kreuz gebastelt, wie sehen das zur ersten Mal.

Fahrt nach Albanien

Eine sehr interessante Kirche finden wir im Dorf Ligopsa …

… von wo wir den fernen schneebedeckten Gebirgszüge sehen – irgendwie dorthin müssen wir.

Die Fahrt durch die Berge und über den Pass und Zoll gingen schnell und glatt. Die Bergwelt voller violetter Blüten, herrlich! Der Epirus blüht, wie uns scheint, vorzugsweise in violett.

Albanien – St. Nikolaus-Kirche in Mesopotam

Wir sind überrascht: Die St. Nikolaus-Kirche in Mesopotam, die wir immer wieder besucht haben (siehe zum Beispiel hier), irgendwie aus Angst, sie könnte eines Tages eingefallen sein, ist renoviert und nun endlich offen, ein Wächter schliesst uns auf, 100 Leke (0,80 €) pro Person möchte er pro Person, wir haben aber keine Leke, geben ihm 10 €, er freut sich riesig und bedankt sich tausend mal. Die Kirche stammt vermutlich aus dem 13. Jahrhundert und wund nach 2 Erdbeben renoviert, war aber die letzten Jahre in einem jammervollen Zustand. Ich dachte, sie sei älter. Aber es stand schon davor dort eine ältere. Die Fresken, die wir bewundern stammen grösstenteils aus dem 18. Jahrhundert.

Mit uns besichtigt ein Ehepaar die Kirche, er gebürtig aus Ludwigsburg, vorne steht ihr gewichtiger Camper. Wir unterhalten uns lange. Ursula und Hermann Rall sind wahre Weltenbummler, sie machen alles mit diesem Camper, auch per Schiff nach Amerika etc …

Links:

Wohin jetzt?

Die Bistriza führt mehr als ausreichend Wasser, in Deutschland kann man den Wasserreichtum hier nur träumen …

Eigentlich sollten wir jetzt, wie mit Jörg Dauscher verabredet, nach Lukovë weiter fahren. Wir beschließen aber während der Fahrt bis zum entscheidenden Abzweig, doch erst mal in Sarandë hängen zu bleiben. Die Hotelbesitzerin vom Hotel Edo freut sich, ich hatte ihr letzten August versprochen, dass wir im Frühjahr vorbei schauen, denn sie wunderte sich damals, warum ich alleine reisen würde, ohne Lis.

Sarandë, fast wie Heimat

Wir essen nach einer langen Ruhepause unser erstes Eis in diesem Jahr unten an der Paralia. Jörg Dauscher benachrichtige ich, dass er noch einen Tag warten muss. Er hat bereits Zimmer für zwei Nächte für uns in Lukovë gebucht.

Bei Ülle in Durrës frage ich an wegen des Treffens dort am 24./25.4.. Ok., jetzt muss ich was erklären:

Am Sonntag vor unserer Abfahrt aus Naxos bekam ich eine Email aus Estland. Ülle Purga aus Saaremaa, wo wir schon zwei mal, zuletzt 2012, zu Gast waren, hat hier im Blog gelesen, dass wir ungefähr zur selben Zeit wie sie in Albanien sind, da könnte man sich doch zu einem Tee und einem Plausch treffen? Ich sage natürlich zu. Und wer nun genauer wissen will, wer Ülle Purga ist, den verweise ich auf Google und/oder Facebook :-).

Also jetzt ist endlich alles geregelt und perfekt, das Internet funktioniert auch, ich kann etwas arbeiten, ehe wir zum Essen ins »La Banana«, einem kleinen Familienlokal zwischen mageren Bananenstauden, gehen und später auf dem Heimweg den Vollmond über Sarandë bewundern dürfen.

Sarandë wird langsam zu einem Moloch. Noch ist es nicht ganz so weit aber noch zwei, drei Jahre und es wird keine familiengeführten Kneipen mehr an oder in der Nähe der Promenade geben. Es wird dann Tourismus »wie überall« sein – schade, der Charme schwindet mit dem Tourismus.

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RundEuropa 2019, 4. Tag: Zitsa (Ruhetag)

Freitag, 19.04.2019, 10:34:00 :: Zitsa, The Bakery of Zitsa (Facebook) und bei Tripadvisor

Was tut man, wenn man eingeladen ist, so lange zu bleiben, wie man möchte? Man bleibt eben einen Tag länger. Zum Frühstück versorgen wir uns zunächst mit leckeren, duftigen Κουλουράκια (Sesamkringeln), einen pur, einen mit Käse.

Danach gehen wir hoffnungsvoll zum Kafenion – das hat noch zu …

So machen wir einen kleinen Rundgang durchs Dorf, …

… und begegegnen beim Rathaus zum ersten Mal Lord Byron und seinem Loblied auf Zitsa:

                          XLVIII

Monastic Zitza! from thy shady brow,
Thou small, but favour’d spot of holy ground!
Where’er we gaze, around, above, below,
What rainbow tints, what magic charms are found!
Rock, river, forest, mountain, all abound,
And bluest skies that harmonize the whole:
Beneath, the distant torrent’s rushing sound
Tells where the volumed cataract doth roll
Between those hanging rocks, that shock yet please the soul.

George Gordon, Lord Byron: Childe Harold’s Pilgrimage, Canto II

Danach bekommen wir auch unseren Cappuccino, seltsamerweise sind wir die einzigen, die hier sitzen; das letzte mal im Juni 2013 hatten wir hier eingehende Gespräche mit Senioren, die bei Behr in Feuerbach gearbeitet haben, also in unmittelbarer Nachbarschaft zu unserer ehemaligen Arbeitsstätte.

Am Nachmittag wandeln wir wieder auf Byrons Spuren: Oben am Berg liegt nicht nur das Restaurant und Café Monastir von Kostas Bruder sondern auch das Kloster Profits Ilias, fast verlassen.

Nur ein bellender Hund tritt uns entgegen und zwingt uns zur Umkehr. Kostas erklärt uns am Abend, dass dort noch ein Mönch wohnt. der etwas Englisch kann; der Hund hätte uns nicht schrecken müssen, ihn aufzusuchen.

Und wir lernen, dass Lord Byron dort vom 12. auf 13. Oktober 1809 genächtigt hat. Nun, wir haben unser Bett bereits und begeben uns auf den Rückweg zum Café Monastir von Kostas Bruder, das mittlerweile geöffnet hat und geniessen – nein, tun wir nicht, denn der Saharastaub trübt mittlerweile alles ein, auch die ansonsten wundervolle Sicht über die Berge und Hügel des Epirus, die Byron schon besungen hat.

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RundEuropa 2019, 3. Tag: Agia Kyriaki – Dodona – Ioannina – Zitsa

Donnerstag, 18.04.2019, 22:43:17 :: Zitsa
Sonntag, 28.04.2019, 10:54:35 :: Baška Voda

Von Agia Kyriaki nach Dodoni

Von Dodona nach Ioannina und Zitsa

Es wird ein Tag der Überraschungen und Höhepunkte dieser Reise.

Lange vor unserem kleinen Frühstück sieht Lis den Vollmond untergehen, den sie kurz für die aufgehende Sonne an der falschen Stelle hält.

Klicken, um das Bild nach Sonnenaufgang zu sehen!

Wie ich später am Tag feststelle, blieb meine Weste hier im Schrank hängen und Lis kleines Kissen irgendwo im Bett liegen; mal sehen, ob uns die Wirtsleute das auf unsere Bitte nachschicken …

Zuerst fahren wir hinunter an den Strand von Lithnos. Der ist noch völlig verlassen, eine reine Sommerbadebucht mit Campingplatz und einem Restaurant, …

… die kleine Straße hinunter ist recht gut, aber sehr steil, besonders für das Senfle auf dem Rückweg eine Herausforderung, die das gute Teil aber meistert.

Es führt auf der anderen Seite des Strandes eine Straße vom Campingeplatz nach oben, aber dazu müssten wir mit dem Auto über den Sandstrand, was mir zu kritisch erscheint.

Es geht nun durch die Berge und einige Dörfer nach Dodona. Auffallend viele Proskinitaria, die kleinen Wegkirchlein Griechenlands, begegnen uns. Hier eine kleine Auswahl:

Grosse Überraschung: Ein Stochenpaar im Epirus, mit unzähligen Spatzen als Untermietern.

Klick!

Wir müssen unbedingt tanken, aber die erste Tankstelle nimmt keine Karte, griechische Verordnungen gelten auch hier oben nicht. Cash ist das einzig garantierte Zahlungsmittel – auch auf unserem weiteren Wege. An und für sich ein gutes Zeichen für den Widerstand gegen die Abschaffung des Bargeldes. Erst die Tankstelle kurz vor dem letzten steilen Anstieg zur Autobahn, in Paramythia, nimmt die Tankstelle die Kreditkarte. In diesem umtriebigen Ort holt Lis auch Geld am Automaten der Piräusbank während ich, draußen neben dem Senfle wartend, von einem älteren Passanten freudig mit »Guten Morgen!« begrüßt werde; viele Gastarbeiter kamen aus dem Epirus zu uns nach Deutschland und sind als Rentner zurück in die Heimat.

Dann geht es wirklich bergauf. Wir sehe hoch über uns, eigentlich unerreichbar, die Autobahn nach Ioannina. Aber wir erreichen sie tatsächlich …

… und erreichen nach kurzer Fahrt und im Angesicht schneebedeckter Bergriesen

Dodona

Dodona ist mit Delfi das bedeutendste Heiligtum des antiken Griechenlands.

Dodona (auch Dōdōnē, griechisch Δωδώνη Dodoni) war ein antikes griechisches Heiligtum und Orakel. Es galt als ältestes Orakel Griechenlands und war nach Delphi das bedeutendste überregionale Orakel der griechischen Welt.
Der mit dem Orakel verbundene Zeuskult scheint sich aus einem älteren Kult entwickelt zu haben, von dem sich in späterer Zeit unerklärliche Riten der Priesterschaft erhalten hatten. So wurde aus dem Rauschen einer dem Zeus heiligen Eiche geweissagt. Zusätzlich wurde der Flug von Tauben interpretiert und später mit Hilfe von Losen Anfragen beantwortet.
Die Geschichte des Ortes ist eng mit der Geschichte der Landschaft Epirus verbunden.

Quelle: Wikipedia

Bei der Ankunft überrascht uns ein riesiger Parkplatz voller Busse und lärmender Schülergruppen, die es zum Restaurant auf einer kleinen Anhöhe zieht, was uns entgegen kommt, das Gelände wird dann wohl schön leer sein.

Ein Glückstag: heute sind alle Museumseintritte kostenlos, „europäischer Tag des Monuments“, wie uns später eine Wärterin in der Zitadelle von Ioannina erklärt. Daher wohl auch die vielen Schulklassen.

Uns erwartet ein imposantes Amphitheater und die restlichen Trümmer von Tempeln aller relevanten antiken Gottheiten, die Stoa und nicht zuletzt die Reste einer frühchristlichen Kirche.

Die Restaurationsarbeiten an allen Ecken und Enden dauern an, die Bauhütte und die ganze Umgebung ist noch voller wohl sortierter und gekennzeichneter Trümmerreste, die wohl irgendwann wieder ihren angestammten Platz finden werden.

Weiter geht es ein kurzes Stück über die Autobahn und unter den Bergen hindurch nach

Ioannina, …

… das uns zunächst mit einem scheußlichen Regenguss empfängt. Aber es ist ja April und es bessert sich wieder.

Ioannina haben wir verschiedentlich besucht (zum Beispiel hier 2016 und hier 2011 kurz zum ersten mal. Aber so richtig Zeit genommen haben wir uns erst heute. Die Geschichte ist hochinteressant: Erinnerungen an Tepelene tauchen auf, natürlich auch Ismail Kadares Roman Der Schandkasten und nicht zuletzt Lord Byron, der einem in Messolongi, in Aitoliko, in Zitsa, in Tepelene und eben auch hier begegnet; er war Gast des Ali Pascha, dem hier auf der Insel fein säuberlich der Kopf abgenommen und nach Istanbul in den Schandkasten transportiert wurde. Geschichte(n) noch und noch – Europäische Geschichte, der entlang man beginnt, vieles zu verstehen.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde Tepedelenli Ali Pascha Gouverneur von Epirus. Er kümmerte sich wenig um die Direktiven der Hohen Pforte und baute sich einen autonomen Machtbereich auf. Dabei stützte er sich auf albanische Kämpfer seines Stammes und auf griechische Aufständische, die mit der osmanischen Herrschaft unzufrieden waren. Er paktierte gleichfalls mit Frankreich und Großbritannien, die an seinem Hof in Ioannina Konsulate unterhielten. Ab 1807 herrschte er, den man auch Löwe von Janina nannte, von Ioannina aus, faktisch unabhängig über große Teile Albaniens und Griechenlands. Der englische Dichter Lord Byron, der 1809 einige Zeit Gast am Hof Ali Paschas war, hinterließ eine farbenprächtige Schilderung des damaligen Lebens in Ioannina, einer blühenden Stadt mit 35.000 Einwohnern. Im Oktober 1820 entsandte Sultan Mahmud II. Truppen gegen den abtrünnigen Pascha. Ioannina wurde über 15 Monate belagert, bis man Ali Pascha im Februar 1822 mit einer List aus seiner Festung locken konnte und ermorden ließ. Am 20. August 1869 wurde Ioannina von einem Großbrand heimgesucht: 1300 Geschäfte und Lager sowie 300 Häuser wurden im Handelsviertel zerstört.

Quelle: Wikipedia

Aber zuerst im Café an der Mauer. Danach beginnt der Marsch zur Zitadelle mit Moscheen, Museen, einem Schatzhaus und Kirchen, zuletzt finden wir auch den Museuumsshop wegen Literatur.


Klicken!

Später verfinstert sich der Himmel ernsthaft, ein paar Tropfen fallen, es wird windig und frisch. Wir wagen dennoch schnell einen Abstecher zur Moschee an der anderen Ecke der Festung; deren Turm sei im Winter zum Teil heruntergebrachten, erzählen uns die jungen Damen im Museumsshop, die mir auch ausführlich die Vor- und Nachteile bestimmter Bücher und Fotobände erläutern.

Nach diesem Schnelldurchlauf freuen wir uns auf’s Auto, die Wirbelsäulen fordern Entlastung.

Und es wird Zeit, um zum heutigen Endpunkt zu fahren: Weiter hinauf nach

Zitsa …

… wo uns ein herzlicher Empfang durch Anna und Kostas und seine Mutter erwartet (wir gehören zur Familie, meint Kostas!).

Und ein Grafitti neben unserem »angestammten« Parkplatz erinnert uns daran, dass viele Menschen sich hier gegen die Verwüstung des Epirus durch geplante Ölbohrungen zu wehren versuchen. Zu wenigem, wie Kostas später resigniert erläutert.

Wir werden einen Tag länger bleiben, das klärt sich schnell. Anna ist hochschwanger, jeden Tag steht die Fahrt nach Ioannina in die Klinik an – Hebammen gibt es auf den Dörfern nicht.

Für Vassiliki haben wir ein Köfferchen von Playmobil mit einer Küche mitgebracht. Sie ist erkältet, daher waren sie mit den Eltern am frühen Abend in Ioannina beim Arzt. Aber jetzt stürzt sie sich auf die Teile und Teilchen der Küche, selbst der Toast, für den man fast eine Pinzette braucht, ist enorm wichtig – keine Wunder, wo der Vater doch Bäcker ist …

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RundEuropa 2019, 2. Tag: Aitoliko – Nekromanteion – Agia Kyriaki (Parga)

Mittwoch, 17.04.2019, 18:47:31 :: Agia Kyriaki (Parga)

Morgens nach dem Frühstück kommt F., wir unterhalten uns sehr lange über Familie und was alles passiert ist in den vergangenen Jahren. D., ihr Mann, ist schwer angeschlagen, Wirbelsäule und rechtes Knie. Die OP an der Wirbelsäule kostet ca. 20.000€.

Beide Söhne und F. arbeiten in den Oliven: Schneiden, Holz häckseln den Schnitt als Dünger, verteilen ihn, mähen, spritzen die Bäume mit biologischem Insektenvernichtungsmittel – es ist viel harte Arbeit.

D. bringt uns noch einen Eimer Oliven vorbei, der zusammen mit dem grossen Beutel voller Zitronen im Senfle verschwindet; immer wieder sind alle erstaunt, was da reingeht.

Für das Hotel bezahlen wir 55 €, einschliesslich aller Cappuccinos. Und dann geht es weiter nach Norden.

Wir überqueren nach kurzer Fahrt den wasserreichsten Fluss Griechenlands, den Acheloos. Er bildet das riesige fruchtbare Delta, in dem auch unsere Freunde aus Aitoliko ihre ca. 700 Olivenbäume pflegen, ein Paradiesgarten, rau, weit, ja endlos …

Acheloos (griechisch Αχελώος) ist der Name des wasserreichsten Flusses in Griechenland. Er ist 217 km lang und damit der zweitlängste Fluss in Griechenland nach dem Aliakmonas. Der Acheloos durchfließt die Regionen Epirus, Thessalien und Westgriechenland.

Quelle: Wikipedia

Lesinio

Astakos

Vonitsa

In Vonitsa müssen wir Halt machen. Es war unsere erste Reise mit dem Auto nach Griechenland, als wir hier übernachteten und es war der Ausgangspunkt unserer Reise ins Märchenland Albanien, nach Butrint.

Wer sich umschaut, wird auch die Festung von Vonitsa bemerken, die wuchtig auf dem Hügel liegt, noch immer unbesucht …

Nach dem obligatorischen Capp … geht’s durch den Unterwasser-Tunnel von Prevesa zum nächste Ziel, das

Nekromanteion bei Mesopotam

Es ist die einzige wirkliche Attraktion heute. Aber der Zugang zur Unterwelt ist schliesslich für einen Tag auch ausreichend. Das Nekromanteion gilt nach manchen Quellen tatsächlich als eines der mystischen Tore zum Hades. Wir sind also gespannt und hinterher sehr beeindruckt.

8 € zahlen wir zwei Rentner. Der Herr an der Kasse kann etwas Deutsch, nichts besonderes zunächst …

Unter den Ruinen einer im 18. Jahrhundert erbauten Kirche Johannes des Täufers und dem benachbarten Friedhof entdeckte der griechische Archäologe Sotirios Dakaris 1958 bis zu 3,35 m dicke Mauern, die einen 22 m² großen unterirdischen Raum umschlossen. Diese Strukturen interpretierte er als das Zentrum des Totenorakels von Ephyra, das von Homer und Herodot erwähnt worden war, dessen genaue Lage aber bis dahin unbekannt gewesen war.

Hier ging es angeblich …

… in den Hades

Alle Bilder hier in Google Fotos.

Am Ende des Rundgangs erstehe ich Literatur für 6 €. Der Hüter des Hades hat schon alles abgeschlossen, macht aber dazu wieder auf. Später, als auch das französische Ehepaar das Gelände verlassen und er endgültig geschlossen hat und an uns vorbei zu seinem neben uns parkenden Auto geht, verabschiedet er sich nach einem Blick auf unser Nummernschild mit einem freudigen »Bietigheim-Bissingen!« – Gastarbeiter überall, und daher das Deutsch …

Später Ammoudia, der als besonders schön gepriesesene Badeort unten an der Mündung des Acheron am Meer kann man hingegen vergessen, ein reiner, jetzt noch toter als toter, Touristenort.

Das Delta durchfahren wir in Richtung Parga.

Aber schon auf dem Weg hinunter nach Parga finden wir in Agia Kyriaki diese nette Pension Aliki und beziehen zwei große Zimmer mit allem Drumunddran für 35 €.

Die freundliche Wirtin fragt noch, ob Sie uns die Heizung anstellen soll, was ich Angesicht der gerade herrschenden Temperaturen fast entrüstet verneine. Am späten Abend und erst recht am nächsten Morgen dann verstehe ich die Frage aber gut.

Zum Abendessen fahren wir ihr Anraten weiter hinunter und landen versehentlich im Lichnos Panorama und nicht im empfohlenen Limnos ihres Bruders. Mittelmässiges, nicht preiswertes Essen wird uns als einzigen Gästen serviert – schade.

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RundEuropa 2019, 1. Tag: Naxos – Aitoliko

Dienstag, 16.04.2019, 23:04:54 :: Aitoliko, Hotel Alexandra

Es fängt ja alles nicht so gut an. In der Nacht von Montag auf Dienstag brennt in Paris Notre Dame ab.

» Rhein-Zeitung

Notre-Dame in Flammen – Macron verspricht Wiederaufbau

16.04.2019, 05:52

Paris (dpa). Nach dem schweren Brand in der Pariser Kathedrale von Notre-Dame will Frankreich das berühmte Wahrzeichen wieder instandsetzen. „Wir werden Notre-Dame wieder aufbauen“, sagte Staatschef Emmanuel Macron. Das Feuer verwüstete den Sakralbau, der Dachstuhl stand lichterloh in Flammen. Am frühen Morgen erklärte die Feuerwehr den Brand für „unter Kontrolle und teilweise gelöscht“, wie die französischen Medien berichteten. Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt, bislang wird dabei die Spur eines Unfalls verfolgt. Das Feuer sorgte weltweit für Entsetzen.

Zudem haben wir wegen der Wetterlage den Abreisetag extra von Montag auf Dienstag verschoben. Ab da sollte es hier und in Aitoliko wolken- und vor alle regenfrei sein.

Wir verlassen Galanado und die Insel allerdings bei Gedonner und Regen, die Wettervorhersage hat mal wieder völlig versagt.

Auch die Überfahrt ist – besonders vor der Passage zwischen Kea und Kithnos, wo der Wind so richtig ungebremst durchpfeifen kann – sehr ruppig, ich spüre zum ersten Mal auf einem Schiff meinen Magen.

Piräus allerdings empfängt uns dann mit Sonnenschein.

Die Fahrt über die Autobahn nach Rio und dann nach Aitoliko verläuft glatt, ist aber teuer (26 € Maut), dafür aber mit sehr wenig Verkehr.

Von der Autobahn wissen wir ja seit letztem Jahr, dass sie fertig ist. Ansonsten lässt sich von ihr nichts wirklich Spannendes berichten: Rechts immer der Golf von Korinthen …

Andererseits erleben wir das Ergebnis des weiteren Ausbaus der Autobahn nach Messolongi und weiter Richtung Arta: Die seither von uns genutzten schmalen Strassen finden wir nicht mehr …

Bei der Überfahrt von Rio nach Andirio bewundern wir allerdings wieder diese filigrane Brücke hinüber aufs Festland.

Und dann lagern bei Messolongi neben der Strasse auf mehreren Kilometern seltsame Teile.

Erst, als wir schon fast vorbei sind, wird uns klar: Das sind die Einzelteile für neue Windkraftanlagen; die Berge recht von uns bieten sich in der Tat an.

Aitoliko

Im Hotel Alexandra haben unsere Freunde uns schon angemeldet. Leider können sie nicht mit uns zu Abend essen, da sie in Messolongi zur Physiotherapie sind, wie sich am nächsten Morgen herausstellt.

Zunächst geniessen wir den Sonnenuntergang vor dem Hotel bei einem – richtig! – Cappuccino …

… und gehen dann alleine essen, hungrig wie wir sind und speisen hervorragend. Dabei lernen wir zum ersten Mal einen neuen Trick zum Steuersparen kennen: Auf dem Essensbon erscheinen nur 12€ für Wein und Vorspeisen. Es scheint jetzt wohl Usus, nur noch die Hälfte zu bonieren, der Rest ist steuerfrei. Jedenfalls passiert uns das an den Folgetagen noch mehrmals.

Google-Fotos

Links:

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Wir starten am 16. April

Sonntag, 14.04.2019, 11:12:06 :: Galanado

Es ist entschieden: Wir fahren am Dienstag, 16. April mit dem Morgenschiff und werden abends in Etoliko sein, wie schon vielfach gelobt: Ein überaus interessante kleine Stadt, von wo aus wir dann nach Ioannina und Zitsa weiterreisen. Ioannina wollen wir uns diesmal genauer ansehen und in Zitsa freuen wir uns auf unsere Freunde Anna und Kostas.

Das Wetter scheint sich beruhigt zu haben, Regen ist nicht mehr zu erwarten, zumindest in den nächsten Tagen nicht.

Es geht dann weiter nach Albanien, wo wir endlich Jörg Dauscher treffen und persönlich kennenlernen werden.

Ach ja …

… ausgerechnet vor knapp zwei Wochen hat die Miezi noch Junge geworfen – drei davon gedeihen prächtig.

Bis dann!

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Wir rutschen in Richtung Krieg

Montag, 08.04.2019, 22:48:25 :: Galanado
Dier Artikel stammt aus den Nachdenkseiten vom 08. April 2019 um 14:51
Es ist so unfassbar, was gerade in immer schärferer Form geschieht, das sich die Haare zu raufen nicht mehr ausreicht. Wir müssen handeln! Ist denn nicht klar, worauf das alles hinsteuert, wo der Kriegsschauplatz sein würde?


Albrecht Müller

In den letzten Tagen gab es dafür zwei bezeichnende Ereignisse: ein unerträglicher Spiegel-Titel, der offensichtlich zum Zwecke des Feindbildaufbaus gegen Russland geschrieben worden ist. Siehe hier. Putin steuere die AfD , also der Böse (Putin) fördert das Böse (AfD) schlechthin, so die Botschaft. So etwas lasen wir früher bei „Bild“ oder der „Welt“ oder im „Bayernkurier“. – Die Spiegel-Redaktion würde einen derart hetzerischen Artikel nicht schreiben, wenn sie nicht wüsste, dass ihre Leser mehrheitlich so etwas glauben und weitersagen. So ist es wohl. Das kritische Bürgertum ist verschwunden, hat keinen Biss mehr und keinen Mut mehr, kritisch zu hinterfragen. Das zweite Medienereignis: am vergangenen Donnerstag kündigte Claus Kleber im Heute Journal an, die Russen seien in Estland einmarschiert und die NATO greife ein. Siehe hier. Es gab ein paar böse Kommentare beim ZDF. Kleber und das ZDF können sich aber darauf verlassen, dass die kritischen Medien umgedreht und das kritische Bürgertum geschrumpft ist. Auch die NachDenkSeiten bekommen zu spüren, dass manche Leser eine allzu kritische Gangart nicht mehr schätzen. Darüber haben wir gelegentlich schon einmal berichtet. Der NachDenkSeiten-Leser H. Sauer hat die Lage am 5.4. in acht Zeilen zusammengefasst.

„Ich bin jetzt 80 Jahre alt. Mein großes Interesse gilt dem Frieden. Da ich als Kind den Krieg in Hamburg miterlebt habe, ist dies mir besonders wichtig. Mein Vater, der eingezogen wurde, ist in Russland verschollen. Es ist mir wichtiger als Klima usw. Besonders bedauerlich finde ich, dass alle meine Freunde, welche durch Tagesschau und Abendblatt aber besonders durch Spiegel und Süddeutsche und Taz blind gemacht werden, über mich nur noch spotten, wenn ich Nachdenkseiten nur erwähne. Dabei waren sie vor 50 Jahren 1981 in Bonn … H Sauer“

Häufig mache ich leider die gleiche Erfahrung. Auch Menschen, die hochintelligent und prinzipiell kritisch sind und nachdenklich, gehen zunehmend der Feindbildpropaganda auf den Leim. Oder sie sind einfach müde geworden und in ihrem Milieu ist man auch müde geworden oder steht unter Einfluss der massiven Propaganda. Das ist, wie im Interview mit Ulrich Teusch besprochen, der Propagandakrieg vor dem Krieg.

Der letzte zitierte Satz von H. Sauer enthält einen Hinweis auf die Demonstration im Bonner Hofgarten im Jahre 1981. Damals, am 10. Oktober 1981, demonstrierten dort etwa 300.000 Menschen. Sie demonstrierten unter dem Motto „Gegen die atomare Bedrohung gemeinsam vorgehen“ und damit gegen den NATO-Doppelbeschluss. Wenn heute zu einer Friedensdemo 2000 Leute kommen oder auch mal 10.000, dann muss man froh sein. Wo sind die Alten vom Hofgarten geblieben? Wo sind die Jungen geblieben? Warum demonstrieren so wenige gegen die Steuerung des Drohneneinsatzes über die US-Basis Ramstein? Warum nicht gegen die viel massivere Aufrüstung als 1981 geplant? Warum nicht gegen Kleber und die bombastischen Geburtstagfeiern der NATO? Warum nicht gegen Ursula von der Leyen und ihre maßlosen Ansprüche für immer mehr Geld für die Bundeswehr?

Mit den ehedem einigermaßen kritischen Medien sind auch ihre ehedem kritischen Leserinnen und Leser gewendet worden

Die Veränderung ehedem einigermaßen kritischer Medien wie Frankfurter Rundschau, taz, Süddeutsche Zeitung, Spiegel, Die Zeit, ARTE, Panorama, etc. wurde in kleinen Schritten vollzogen, offensichtlich so klein und unauffällig, dass die meisten Leserinnen und Leser die grundlegende Veränderung nicht gemerkt haben; oder sie wollen die Veränderung nicht wahrhaben und sind deshalb den gewendeten Medien treu geblieben. So wie H. Sauer werden auch andere Leserinnen und Leser der NachDenkSeiten in ihrem Umfeld eine ähnliche Erfahrungen machen.

Die Grünen haben als begleitender Katalysator gedient

Sie haben mit Joschka Fischer an der Spitze die Abkehr von der unbestechlichen Verpflichtung zu friedlichen Lösungen mit angeführt und mit betrieben. Symbolisch steht ein Name für diese Veränderung: Heinrich Böll. Er hat noch gegen die Nachrüstung demonstriert. Er hat 1981 im Bonner Hofgarten eine Rede gehalten. Aber dann wurde der Name des inzwischen Verstorbenen zum Namensgeber der Heinrich-Böll-Stiftung, der Stiftung der Grünen gemacht. Und in eklatantem Missbrauch dieses guten Namens wurde die Heinrich-Böll-Stiftung dann unentwegt benutzt, um militärische Interventionen „menschenrechtlich“ heilig zu sprechen und beim Feindbildaufbau mitzumachen – von der Ukraine bis nach Syrien.

Dies alles zusammen hat kombiniert mit einer langfristig und klug geplanten Propaganda dazu geführt, dass es Widerstand gegen den heißen Krieg bei diesen Eliten kaum mehr gibt. Und wie lange beim Volk dafür noch eine Mehrheit besteht, ist höchst fraglich.

Gerade eben macht ein Leser der NachDenkSeiten in einer Mail darauf aufmerksam, dass die Agitation zum Feindbild-Aufbau morgen bei ARTE weitergeht. Er schreibt:

„Ich mache Sie auf eine dreiteilige anti-russische Propaganda-Serie am morgigen Abend zur Prime-Time auf ARTE aufmerksam (KGB – Schild und Schwert, 20.15 Uhr bis 22.55 Uhr). Die Serie wird im ARTE-Magazin (Axel Springer-Verlag) auf vier Seiten reißerisch angekündigt.“

Links:

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Vor 20 Jahren: Bruch des Völkerrechts in Serbien

Montag, 01.04.2019, 17:48:57 :: Galanado
Mittwoch, 10.04.2019, 17:28:23 :: Galanado (neue Links, in Arbeit)

Bombardierung der Stadt Novi Sad durch die NATO

Wikipedia, © Wolfgang Hunscher, Dortmund

2006 wollte ich auf dem Weg unserer »Rund Europa«-Tour entlang der Donau bis zur Mündung unbedingt nach Novi Sad. Ich wollte die Brücken sehen, besonders die ca. 500 Meter lange Freiheitsbrücke, die erst seit dem 11. Oktober 2005 wieder befahrbar war. Am 21. August 2006 kamen wir dort an und konnten auf ihr die Donau überqueren und vom Petrovaradiner Ufer im Süden der Stadt dieses Panorama bewundern.

2019

Dieses Jahr nun jährte sich dieser Angriff auf die Republik Serbien zum zwanzigsten Mal. Ich will nun gar nicht diskutieren. Ich halte diesen Angriff nach wie vor als das, als was es Gerhard Schröder selbst bezeichnet hat, einen Bruch des Völkerrechts.

im Rahmen des Kosovokrieges vom 24. März bis 10. Juni 1999 wurde neben anderen Städten (besonders natürlich Belgrad) Novi Sad sehr hart getroffen, alle Brücken versanken in der Donau.

Es lohnt, die folgenden Links zu verfolgen und die Artikel (nochmals) zu lesen. Es war der Sündenfall nicht nur Deutschlands, aber eben des Deutschlands, das eine Verteidigungsarmee in einen Angriffskrieg schickte, in dem neben konventioneller Waffen auch 10 – 40 Tonnen Uranmunition eingesetzt wurden, s.u. in den Links. Wir haben wissentlich und willentlich ein europäisches Land radioaktiv verseucht und vergiftet.

Links

Wikipedia :: Kosovokrieg

Wikipedia :: Operation Allies Force

NZZ, 21.2.2002 :: Die Donau in Serbien wird von Nato-Bomben geräumt

taz, 23. 3. 2009 :: Zehn Jahre Kosovokrieg: Völkerrecht gebrochen

Deutschlandfunk, 23.03.2009 :: Legitim aber nicht legal

Bundeszentrale für politische Bildung, 8.11.2017 :: Brücken der Erinnerung

Infosperber.ch, 31. März 2019 :: 20 Jahre Nato-Angriff auf Serbien: Örtlich gebombt

Telepolis ::

  1. „Testfall für die Rolle der NATO in Europa nach dem Ende des Kalten Kriegs“
  2. 1999: Der Holocaust als Rechtfertigung für einen Angriffskrieg
  3. Kosovo-Krieg: Türöffner für weltweites militärisches Eingreifen

9.3.2014, Minute 47:50 bei Phoenix Mediathek)

von 2007: Deadly Dust – Todesstaub von Frieder Wagner

Massenvernichtungswaffe Uranmunition? :: »Im Irakkrieg 1991 wurden etwa 320 Tonnen eingesetzt. Nach dem Kosovokrieg 1999 gaben die Alliierten zu, 10 Tonnen eingesetzt zu haben. Die Serben behaupten allerdings, dass es mindestens 40 Tonnen waren. Im Irakkrieg 2003 befürchten Experten, dass mindestens 2000 Tonnen eingesetzt wurden. Das britische Verteidigungsministerium hat nach dem Krieg 2003 zugegeben, dass beim Einsatz von 40 Tonnen abgereichertem Uran in bewohntem Gebiet mit etwa 500.000 Nachfolgetoten zu rechnen ist.«

Hervorragend: Über den langen und mühevollen Weg zum Völkerrecht, das wir wieder und wieder mit den Füssen treten.

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RundEuropa 2019: Bald geht es los

Sonntag, 17.03.2019, 11:40:49 :: Galanado

Karneval …

… ist vorüber, auch auf den Dörfern, wo wir uns teilweise herumgetrieben haben.


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Reiseplanung

Wir planen ab heute unsere Fahrt nach Deutschland, Ende April soll es losgehen. Das Senfle zeigt arge Altersschwächen, wir hoffen dennoch, dass es uns bis Anfang Mai sicher nach Deutschland bringen wird.

Die Reise wird über den Balkan gehen, Griechenland, Albanien – bisherige Mitreisende ahnen es schon. Unklar, ob wir über Italien und die Schweiz reisen oder über Österreich. Kommt auf die Osterreise-Prognosen an, die wir unterwegs genau studieren werden. Einen kleinen Vorgeschmack gibt es hier in einem Video; das war vor dreizehn Jahren …

Mai 2006: Unsere erste Reise nach und durch Albanien

Zunächst erwartet uns hier aber am 25. März der Nationalfeiertag zum Beginn der Revolution 1821. Ja, und der Fortgang des BREXIT und am 31. März Präsidentenwahlen in der Ukraine, die eventuell einen zweiten Fernsehkomiker ins europäische Politikgeschehen schwemmt.

Die Wasserreservoirs sind gefüllt …

… und die Meerwasserentsalzungsanlage am Hafen arbeitet auch, sehr lautstark zwar, aber ich denke, wenn im danebenliegenden Ocean Club mal die Lautsprecher wummern, dann hat das jetzt sehr störende Geräusch sein Ende gefunden.

Regen hatten wir also genug und so kann der touristische Sommer also kommen, voraussichtlich wird es noch doller als letztes Jahr, besonders, da die Türkei ja angekündigt hat, alle Touristen festzunehmen, die ihren Häschern im Internet aufgefallen sind. Und das zu schaffen ist nun wirklich kein Kunststück bei diesem Präsidenten und seinen Allmachtsallüren. Wer nur 14 Tage Aufenthalt geplant hat, sollte also lieber dort nicht aus dem Flieger steigen …

Links:

  • Hier gibt es Links auf weitere Fotoalben mit Reisebildern. Sie ist noch lange nicht vollständig – aber sie wächst. Zum Beispiel …

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