Pläne sind Schäume

Das reimt sich zwar nicht, dafür aber ist es wahr.

Unsere Reisepläne…

…wären um ein Haar obsolet gewesen. Nun muss nur (wieder) Russland und St.Petersburg entfallen. Warum? Lis hatte auf La Palma ja Klassentreffen; einige ihrer Mädels aus den Cannstatter Zeiten kamen für eine Woche und gemeinsam wollten sie zurück nach Stuttgart fliegen. Daraus wurde nur zum Teil was. In der Abfertigungshalle stürzte Lis schwer auf’s Gesicht. Sanitätsstation, Krankenhaus, Röntgen: Lis hatte Glück: Ausser einem völlig verschwollenen und verfärbten Gesicht und einem angebrochenen Nasenbein war wohl nichts. Mit drei Tagen Verspätung landete sie nach Kreuz-und-Quer-Flug in Nürnberg – genau am bisher heissesten Tag in diesem Jahr.

Nun ist sie hier, aber Passfotos für ihr Visum, das ging nicht. So ändern wir die Route und werden vermutlich von Helsinki die Fähre nach Tallinn nehmen.

Lis, leidlich wiederhergestellt

Wenn das alles war an Änderungen… Wir würden dann am 1. Juni losfahren – wie geplant :-)

Europa überhaupt…

…befindet sich ja wohl in der Auflösung begriffen, jedenfalls der Teil, der sich Europäische Union nennt, wo aber jeder versucht, sich durchzumogeln – nicht nur Griechenland. Und zwar mit gemeinsamer Währung aber ohne gemeinsames Drumherum, ohne ernst gemeinte Solidarität. Deshalb dieser Hinweis, für Menschen, die noch wissen, was ein Radio ist bzw. wie man einen Podcast abonniert:

Di., 22.05.2012
Ausverkauf einer Idee –
Wer glaubt noch an Europa?

Es diskutieren:
Dr. Klaus Hänsch, ehemaliger Präsident des Europäischen Parlaments und Mitautor der EU-Verfassung
Adam Krzeminski, polnischer Publizist und Erstunterzeichner eines Aufrufs zur Neugründung Europas
Prof. Dr. jur. Karl-Albrecht Schachtschneider, Staatsrechtler und EU-Kritiker
Gesprächsleitung: Jürgen Heilig

“Weimarer Verhältnisse“ nach der Parlamentswahl in Griechenland. Dort droht die endgültige Staatspleite, vielleicht sogar der Abschied aus der EU. In Spanien, in Italien werden die Bürgerproteste gegen die Sparvorgaben aus Brüssel heftiger und Regierungen stolpern reihenweise über die Schuldenkrise, zuletzt in den Niederlanden und in Frankreich. Verlieren die Europäer den Glauben an die Vorteile eines gemeinsamen Europas? Ungarn hat bereits ungestraft demokratische Grundwerte der EU aufgekündigt. Braucht die Gemeinschaft eine neue, politische Leitlinie? Welche Idee vom gemeinsamen Europa kann seine Bürger jetzt noch überzeugen?

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* Fünfzig Jahre…

…war es an Ostern diesen Jahres her, dass meine Klasse in Stuttgart-Hohenheim das damalige Progymnasium verlassen hat. Ins Grübeln kamen wir vor eineinhalb Jahren; da trafen wir uns fast vollzählig Anfang Oktober.

Treffen Oktober 2010

Wir grübelten nicht so sehr über unseren durchgängigen Fortschritt im Älterwerden sondern vielmehr darüber, ob wir’s schaffen würden, die Fünfzigerfeier organisiert zu bekommen. Es hat geklappt, Wolfgang hat organisiert und nicht locker gelassen.

Nebenbei bemerkt: Hohenheim war meine siebte und zweitletzte Schule. Nicht auszudenken, an jeder anderen gäbe es einen ebenso rührigen Organisator…

Das Museum…

…frischte unsere landwirtschaftlichen Kenntnisse auf, die anschließende Schlossführung offenbarte Schätze, über denen wir zwar vor über 50 Jahren unterrichtet wurden, von denen aber damals keine® etwas ahnte: Der Grundstein des Schlossbaus und ein imposantes Gewölbe, das – mit Bauschutt weiter verfestigt – den Schlossneubau trug. Zuvor stand dort u.a. ein kleines Wasserschloss. Lernen war also angesagt. Andere Räume brachten uns doch zum Staunen – unser Klassenräume sahen anders aus…

Anmerkung: im Grundstein fand man das in einer schlecht verlöteten Silberschatulle Gründungsdokument – nass, zerstört, unleserlich. Man erkennt daran, dass es mit Papier ebenso gehen kann wie mit elektronischen Speichermedien: Auch eine Festplatte, zu lange unter Wasser gelagert, wird unlesbar…

Der Spaziergang durch die Schlossgärten weckte alte Erinnerungen. Die restlichen wurden hoffentlich beim anschliessenden Zusammensein in der Garbe erschöpfend ausgetauscht.

Falls nicht: Es bestand die einhellige Meinung, die Klassentreffen nunmehr jährlich abzuhalten. Wir werden sehen… Jedenfalls hier endlich die Bilder von diesem Jahr, ungeschminkt, unzensiert.

Letzte Anmerkungen

  1. Wer auf die Diashows klickt, gelangt zu Picasa und zu den Originalbildern, die man herunterladen kann
  2. Wer noch Bilder hat, die hinzugefügt werden sollen, der lasse sie mir zukommen, ich packe sie dazu.
  3. Dass ein Musterschüler erst einen Tag später eintraf, versetzte einige von uns in die glückliche Lage, den Jubeltag gleich zweimal hintereinander im kleinen Kreis zu feiern. Lecker und fröhlich war’s – auch am Abend zuvor.

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Mal ehrlich…

…welcher der etablierten Parteien würde ein vernünftig denkender Mensch seinen Klammerbeutel anvertrauen? Und dann erst seine soziale Existenz, sein Schicksal?

Also, weshalb nicht mal PIRATEN wählen? Was wäre der Unterschied? Zunächst wohl mal keiner, denn die beiden Grossmuftiparteien werden zunächst noch angstklammern und wo es nur geht GKs bauen – Grosse Koalitionen, die mal die Notlösung waren. Sie werden zum Selbsterhaltungsritual der Urweltparteien.

Auf Dauer, wenn wir Wähler durchhalten, könnte sich aber was ändern, wenn deren Restpotenzial nicht mehr reicht, man die Hotelierpartei endlich absterben lässt (das wäre die erste und leichteste Übung, denn alles was die können, leisten die andern locker mit) und bei den Grünen Umdenken einsetzt. Und DIE LINKE? Ok., da müssen wir noch ein bisschen warten. Sie ist zwar nicht so neu auf dem politischen Untergrund, aber Parkett hatten die ja trotz aller Tradition noch nie so richtig unter den Füssen. Aber bei all der Neuorientierung, zu der wir Wähler die Politikerkaste zwingen könnten, darf man ja noch hoffen.

Es muss ja nicht wieder…

einer mit der Dachlatte sein, der die neu hinzugekommene Partei unter die Fittiche nimmt. Nur: Wenn wir – immer als Wähler – nicht in die Pötte kommen, dann bleibt es nicht nur, wie es ist, dann wird es schlimmer. Denn auch da geht immer noch was. Garantiert.

Antreten zum Üben!

Das Schicksal hat uns im Saarland mit der Inzuchtkoalition gewarnt und gibt uns in Nordrhein-Westfalen und in Schleswig-Holstein noch mal zwei Chancen. Himmel, es kann doch nicht sooo schwer sein! Hingehen, Piraten wählen, ich garantiere, das wird nicht langweilig. Die lernen dazu, ganz sicher. Was man bei den C- und S-Parteien erfahrenermassen bezweifeln darf. Auch ganz sicher.

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* »Zu Gast bei der Mafia«…

titelt der SPIEGEL und schildert die Zustände in der Vor-EM-Phase: Kriminelle stürmen und kapern Hotels, der TUI brechen die Betten unter der Wucht weg. Wer also zur EM in die Ukraine reist trifft auf interessante Zustände, die das Verständnis füreinander sicher nicht fördern werden. Aber Fussball ist nicht mein Thema.

Es geht auch anders

Die Ukraine besuchen wir seit einigen Jahren, via Internet haben wir Freunde in Galizien, dem westlichen Teil der Ukraine, gefunden.

Das Land ist endlos, Felder bis zum Horizont, die Dörfer oft trostlos wie in Moldawien… Aber interessant, ja aufregend, Kultur geballt – zum Beispiel in Lviv (Lemberg). Gegensätze. Wer je Joseph Roth las, Jonathan Safran Foer, wer sich ein wenig in jüdischer Geschichte des Ostens getummelt hat –– hier findet man die Orte, die Festungen, die Landschaften…

Am Samstag bekommen wir Besuch von einer Ukrainerin aus dem ostukrainischen Charkiw, nach Kiew zweitgrösste Stadt der Ukraine und eine der Metropole, in denen der Hotelkrieg tobt. Sie besucht zusammen mit ihrem belgischen Freund Las Palma. Es wird sicher interessante Gespräche geben.

Und im Frühherbst dann, wenn alles gut gegangen ist, werden wir wieder nach Khmelnitskyi fahren, wie 2010. Und beim Nachschlagen nach einem Link stelle ich fest, dass die Beiträge für 2010 immer noch nicht fertig sind – halblebig und zum Teil nicht einmal angefangen hängen sie in der Pipeline… Aber von 2008 gibt’s schon was.

Zum Trost…

…hier schon mal einen Vorgeschmack auf 2010 ;-)

Ansonsten fahren wir…

…jetzt dann ans Meer. Atlantik. Sonnen. Schwimmen.

Picasa

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Wenn es mit Asphalt nicht funktioniert…

…dann vielleicht mit ein paar Erdölbohrungen. Eine Steinbrechanlage reicht wohl auch nicht.

Nicht genug, dass auf La Palma im Aridanetal, also auf der Westseite, seit zwei Jahren der Kampf gegen die Asphaltwerke mitten im Wohngebiet geht, jetzt kommt noch das Problem einer Steinzerkleinerungsanlage hinzu, die mit Lärm und Staub und anderem Dreck die Belästigung der Anwohner steigert. Für eine Eingabe hiergegen waren gerade mal 5 Tage Zeit – Ostern mitten drin in der Frist.

Heute am Montag, der hier kein Feiertag ist, war letzter Abgabetag. Den haben wir genutzt und gehofft, uns am Ende einer langen Schlange vor dem Ayuntamiento, dem Rathaus, anstellen zu dürfen. Das hätte zu manchen Gesprächen Gelegenheit geboten. Allein, die Schlange waren Lis und ich; Verwirrung ergab sich schon dadurch, dass wir x-mal hin und her geschickt wurden, weil niemand so genau wusste, wo die siebenseitige Alegación denn nun abzugeben sei.

Verwaltungsakt entfällt

Nun war das nicht unsere erste Eingabe. In allen vorigen Fällen war der Vorgang ein ritualisierter Verwaltungsakt mit Stempeln, Ausweisen, Kopien hiervon, Aneinandergetackerte der fast zur Buchform auflaufenden Papierstapel – für Original und Duplikat, die eigenen Akten vermehrend.

Nichts davon heute. Stempel, getackert, Ablage, fertig. Keine Überprüfung der Identität, keine Frage nach der N.I.E-Nummer, dem alles erklärenden Stirnstempel in Spanien – nichts. Gracias, Adiós. Das war’s…

Und was hat das nun zu bedeuten?

Da bin ich mir eben gar nicht sicher. Letztes Jahr waren ja Wahlen, das politische Personal hat ein wenig gewechselt, die Wahlversprechen aber wurden der Tradition gehorchend weitgehend eben so gebrochen wie Politiker dies, egal auf welchem Pöstchen, wohl weltweit zu tun pflegen, ja wohl sogar dazu gezwungen sind – die Realitäts-Kompromiss-Notwendigkeits-Einsicht, Sie verstehen…

Also: Ist es nun eine kleine Verwaltungsreform zur Vereinfachung direkter Demokratie oder ist es Ausdruck eines Lerneffekts? Einsprüche werden nicht nur nicht beantwortet, sie werden jetzt nur noch aus Anstand und ohne Ansehen der Person gestempelt, dann aber sofort entsorgt?

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* Heimat und Auto…

…das ist ja schon eine fast gewagte Verbindung. Aber der Artikel hat was. Jedenfalls hat sich mir sofort die Frage aufgetan, was und wo Heimat ist.

Ist der Twingo eine Heimat?

Offensichtliche Frage, werden doch ab Anfang Juni wieder die drei Türen unseres Twingo die am häufigsten von uns geöffneten und geschlossenen Türen sein. Und das für drei Monate; wenn alles gut geht. Und die Scheiben sowieso, hat er doch keine Klimaanlage, unser Senfle.

Senfle hat hat aber vorne zwei neue Federn bekommen letzten Herbst, im Frühjahr davor einen (gebrauchen) neuen Motor, zum TÜV muss er auch jetzt im Mai, wir werden also einfach davon ausgehen, dass er uns dann ab 1. Juni stets eine Heimat sein wird, auch im regenreichen Norwegen; südliche Sengehitze hatten wir ja letztes Jahr. Die kennt und kann er. Bewiesen.

Und ja: Der Twingo

Beim Bearbeiten dieser Heimat-Schicksalsfrage kommen mir dann natürlich auch die Fragen Anderer ins Gedächtnis, die zuweilen wissen wollen, wie wir reisen. Wenn wir dann antworten »mit dem Auto«, dann nicken sie. Wenn wir präzisieren »mit dem Twingo« dann werden sie je nach Kenntnis des Automarktes skeptisch-unsicher oder bekommen fragende Augen: »Was ist das?« mein das dann. Er sieht eben nur klein aus, Betonung auf »nur«. Innen ist er geräumig und das einzige Auto das wir im unscheinbaren und damit im eher unklaubaren Bereich gefunden haben, in dem man zu zweit ausgestreckt nächtigen kann, wenn’s nötig wird.

Soviel zur Heimat für ca. 8.500 km bis Vilnius.

Natürlich, der Osterhase – …

…der grüsst natürlich auch wieder. Diesmal aus La Palma.

Hefe-Hase: Ein gescheiterter Versuch?

Lis’ Versuch, einen Hefezopfosterhasenebenbild zu zaubern, glückte nur teilweise. Der Teig ging zwar auf – trotz Trockenhefe, mit der wir hier immer wieder Ärger haben – aber der Ofen ist zu klein. So war also zu entscheiden, wo gespart werden kann und muss, damit die Ofenklappe dicht geschlossen werden kann. Angie Merkel weilt wahrscheinlich in der Uckermark – zu weit um sie zur Sparfrage zu befragen.

So hat Lis sich selbst – in unbedingt vergleichbarer Machtvollkommenheit – Sparentscheidungskompetenz zugesprochen und sich ganz erbarmungslos und offensichtlich für die Ohren entschieden. Ob das den Hunden hier geschuldet ist, die teils 24 Stunden am Stück jaulen und uns verrückt machen, müsst Ihr sie selber fragen; es könnte sein, dass sie das dem Osterhasenebenbild nicht auch noch zumuten wollte…

Wie und warum auch immer: Das Optisch-physische Defizit hat dem kulinarischen Teil in keiner Weise geschadet.

Es lebe der Osterhase!

In der taz hat jemand ein wenig zum Thema gewühlt und auch bei Telepolis gibt Hal Faber nahezu erschöpfend Auskunft über Hasen und Hasisten.

Mir bleibt da nur der Hinweis, dass die Karfreitags-Flamenco-und-Prozessionsseite jetzt mit Bildmaterial bestens bestückt ist.

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Es ist offensichtlich…

…nicht nur die Frage, wodurch Spreu und Weizen anfallen, sondern auch eine des Aufbewahrungsorts; besonders der Spreu. Letztere scheint mittlerweile in Deutschland vorzugsweise dort aufbewahrt, ja gar gehortet zu werden, wo vormals angeblich Hirn war.

Worum geht’s jetzt?

Während sich in Deutschland, einem angeblich säkularen Staat, in dem jeder nach seiner Façon selig werden darf, sogar oberste Gerichte um ein Tanzverbot an Karfreitag kümmern, »Tanzdemos« verboten und Land und Leuten die Trauerkappen verordnet werden – während also Deutschland mal wieder preussisch-stramm den Dummen Michel spielt, zeigt ein (darf ich’s sagen?) erzkatholisches Land, dass es auch anders geht. Nein diesmal geht es nicht um Griechenland, wo Kirchenfeste Tanzfeste sind.

Es geht um Spanien

Kurz und knapp: Wir waren gestern Abend, Karfreitagabend!, in El Paso beim Flamenco-Tanzabend. Dass der Flamenco kein Toten- oder Sakraltanz ist, ist geläufig, um auch an dieser Stelle Grass zu zitieren. Das Problem, dass die abendliche Karfreitag-Schweige-Prozession von und später wieder zurück zur Kirche direkt vor der Bar Central, dem Veranstaltungsort der lautstarken Flamcodarbietungen, vorbei führt – das stellte Ausrichter und Publikum vor kein unlösbares Problem: Als jeweils die Spitze der Prozession sichtbar wurde, kam ein freundlicher junger Herr ans Mikrofon,…

…Musik und Tanz wurden unterbrochen und viele gingen hinaus auf die Strasse, denn eine Prozession lässt man sich schliesslich nicht entgehen.

Di.e. Prozession wurde beide Male mit gebührender Rücksicht und Sittsamkeit beobachtet, ganz ohne richterlich Anordnung (die Polizisten vorneweg scherten sich nur um potenzielle Falschparker), ganz ohne störendes Einschreiten der vergnügungssüchtigen Flamecobegeisterten. Das Gehirn konnte offensichtlich in allen Fällen schnell genug hin und her schalten.

Der »seelischen Erhebung« (GG, $140) an diesem Tag haben weder die fulminanten Darbietungen auf der Bühne noch die farben- und formenprächtige Prozession geschadet. Wie auch?

Und so entstand diese lange und zwischen Flamenco- und Prozessionsschritten oszillierende Fotogalerie in Picasa. Die Frage bleibt: Was stört hier die »seelische Erhebung« oder wen oder wodurch?

Ach ja,…

…und fast hätte ich es vergessenen: Es ist Ostersamstag und es regnet endlich. Nicht viel zunächst, ich gebe es zu, aber es ist ein Anfang gemacht. Den Wunsch hätte ich auch bezüglich anderer Dinge, die vom Himmel fallen, auch wenn noch nicht Pfingsten sondern erst Ostern ist.

Oh Herr, wirf Hirn…
Oder Steine,…
Hauptsache, du triffst!

gefunden auf Facebook

Bbezüglich des Regens gab’s ein Einsehen – er pflaschte bis nach Mitternacht. Und während in Deutschland der Schnee die Eier kühl hält prangt hier wieder die Sonne am Firmament, dem blauen.

Frohe Ostertage!


Links:

  • Das Grundgesetz, §140, zum Sinnieren darüber, worüber Juristen sinnieren. Dort steht auch »Artikel 139 WRV: Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt.«

Picasa

 
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Da trennt sich die Spreu vom Weizen…

…und trotz aller Erfahrung erschreckt mich dieser Riesenhaufen Spreu; und das unfasslich kleine, fast verborgene Häuflein Körner. Der Aufschrei einer wie gleichgeschalteten Presse, öffentlicher wie privat in Haft genommener und missbrauchter. In Bild, in Ton und in in paper gegossenem Edeljournalismus.

Natürlich geht’s um Günter Grass. Wieder einmal ruft er Werdet laut und deutlich!. Mit seinem Gedicht Was gesagt werden muss hat er, mehr als seinerzeit, 1998, Martin Walser mit seinem Begriff der »Moralkeule«, der verdruckten Bürgerlichkeit mit dem Stachel der Mahnung den Hintern schmerzlich angerissen. Jedenfalls würde das den mehrheitlichen (nicht kollektiven!) Aufschrei wenigstens erklären.

Was gesagt werden muss

Reflexe, Agressionen, Dummheiten

Eine lange Liste liesse sich aufstellen von Eigenschaften, die beschreiben, wie die Restpresse fast unisono aufschreit und über den Mahner herfällt und die üblichen Kommentartrolls natürlich gleich mit – übereinander purzelnd, dass es nur so rumpelt im Karton. Da ist der Vorwurf des Antisemitismus schon fast eine zu belächelnde Petitesse.

Sternstunde des freien Journalismus?

Ich verbiete mir die Vorführung des Affenzirkus’, jeder mag selbst in diesen Orkus abtauchen. Wenn wir doch endlich etwas lernen wollten, dann bitte doch das, dass Schwarz-Weiss-Denken, das binäre aristotelische »A ist entweder A oder Nicht-A, es kann nicht beides sein« (Joffe) nicht in allen Fällen das Verfahren der Wahrheitssuche ist, tote Maus hin oder her. Leider ist zu beobachten, dass immer die Entweder-Oder-Empörten das Maul am weitesten aufreissen, wenn jemand was Gescheites, ja Überfälliges, sagt; und das ist ja leider bei uns sehr selten der Fall. Grass hat es jedenfalls mal wieder geschafft.

Ich finde: In Ruhe anhören und/oder lesen, ein wenig nachdenken, nachschlagen zur Geschichte, sich den Unterschied zwischen »Juden« und einer extrem-rechten israelischen Regierung klar machen – man kommt dann auf allerlei alternative Gedanken.

Und dann zurücklehnen und Gefallen daran finden, dass wenigstens noch gesagt werden darf, »Was gesagt werden muss«. Ob’s wer begreift, das ist dann wieder eine andere Diskussion. Sternstunde? Eher nicht.

Links:

Nachtrag:

Stand 2012-04-16 :: für alle, die gerne Fakten heranziehen, wenn sie etwas beurteilen möchten:

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* Katzenblog

Um meine Leserzahl zu erhöhen scheue ich weder Mühe noch Studiokosten.

Diese Matinée wird Ihnen präsentiert…

…von Elga, Mutter Blankie…

…und ihrer Kinderschar, deren Vater wir nicht kennen, sondern allenfalls erahnen. Applaus für »Die Katzenkinder von Todoque«!

Ok., Rückzieher – ohne Blick auf die Quote.

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* Heimatkunde

Ich weiss eigentlich nur, dass ein Lichtbildervortrag so nicht geht. Da sitzen im Wesentlichen ältere Herren im halbdunklen Salon der Escuela Encantada bei offenen Türen. Weiter hinten im Raum sitzt jemand hinter einem Laptop, davor ein Beamer und vorne an der Wand »klebt« ein vergilbtes Bild auf der Leinwand.

© alle historischen Aufnahmen: Escuela Encantada

Was fehlt ist ein Vortragender, der spricht und richtige Zuhörer, die den Mund halten, andächtig lauschend und schauend. Ganz anders hier. Hier reden fast alle im vorderen Halbrund, wenig erfolgreich dirigiert von einem – Mediator, so nennt man das wohl heute.

Di.e. Bildwechselfrequenz liegt eher bei fünf Minuten als bei dreissig Sekunden. Heimatabend. Gezeigt werden Aufnahmen des frühen zwanzigsten Jahrhunderts aus El Paso. Und alle freuen sich darüber, dass die Erinnerungen wieder auftauchen: Da trifft einer auf seinen Grossvater, dort sieht einer die Terrasse wieder, auf der er gespielt hat. Da sind die Musiker, unter denen der eine oder andere Verwandte auftaucht; sie werden freudig begrüsst. Der ausbrechende Vulkan San Juan gibt seine Staubwolken zum Besten, Franco wird begrüsst, die Super-Puro, eine Zigarre von mehren Metern Länge wir stolz präsentiert – Heimatabend.

Was fasziniert…

…ist zunächst der Gang der Dinge. Denn mein Spanisch – wie jeder, einschließlich mir weiss und bedauert – ist nur unwesentlich von Null verschieden. Alleine die Atmosphäre schon ist toll; die Bilder selbstverständlich auch. Alles zusammen vermittelt ein ganz anderes Gefühl dafür, wie man Diaabende auch ablaufen lassen kann.

Nebenan ist die Bar

Dorthin verzieht sich zuweilen ein Zuhörschauer und wir uns gegen später auch. Gemütlich ist es hier. Die Holzdecke entführt uns kurz nach Naxos. Der Gin-Tonic ist hier genau so wie er heisst und kein Tonic-(Gin), eine muntere Gesellschaft wechselt ständig es ist wirklich gemütlich.

Bis kurz nach Mitternacht. Da bitten wir um den Ruf nach einem Taxi. Wenig später sehen wir uns schon zu Fuss nach Hause traben. Alle Taxifahrer scheinen schon zu schlafen. Der Fundus der Telefonnummern aller Gäste ist erschöpft. Endlich einer! Und so fahren wir zu dritt nach Todoque – nur etwa einen Euro teuerer als mit dem Bus…

Und am nächsten Morgen, beim Frühstück – na, das erzähl’ ich dann ein andermal…

Ersatzweise zum Abschluss…

…diesmal was Leckeres.

Picasa

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