Corona-Quarantäne, Tag 8

Sonntag, 22.03.2020, 22:48:58 :: Naxos

Ich hatte bereits am 18. März ein längeren Beitrag zur statischen Fragen veröffentlicht. Hier nun eine Ergänzung, die auch im zitierten grossen Beitrag nachgetragen wurde.

Am morgen früh 6:00 EEZ gilt in ganz Griechenland ein nahezu vollständiger Lockdown, nachdem sich erwartungsgemäss viele Griechen nicht an die Anordnungen gehalten haben. Fehlverhalten kostet dann 150 € pro Verfehlung.

“I will not allow a few flippant people to put everyone at risk.”

Prime Minister Kyriakos Mitsotakis

Ergänzung 2020-03-22

Seit ein paar Tage sieht es so aus, als gingen die Fallzahlen leicht zurück. Sicher ist das erst in ein paar Tagen, aber so sieht es derzeit aus (Fallzahlen wie immer von der Berliner Morgenpost)

Hier sieht mann, dass die prognostizierte Kurve seit dem 19./20.3. deutlich steiler ansteigt, als die gemeldeten Werte.

Noch genauer sieht man es hier: Während bis zum 18.3. die Werte sich sehr eng an die Regressionskurve hielten, kommt es jetzt zu starken Abweichungen. Woran das liegt, kann ich nicht sagen, aber hoffen darf man ja, dass es tatsächlich zu einer Abflachung kommt. Das RKI wird uns das dann sicher in zwei, drei Tagen erklären.

Veröffentlicht unter Corona, Statistik | Verschlagwortet mit | Schreib einen Kommentar

Reisen in Zeiten des Corona-Virus

Dienstag, 10.03.2020, 17:34:15 :: Naxos

Seit Tagen überlegen wir: Wie kommen wir ungeschoren nach Deutschland? Wird Italien gesperrt? Können wir innerhalb eines Tages ohne Halt von Slowenien bis München kommen? Ist das sinnvoll? Wird Bayern zum Hotspot? Oder Baden-Württemberg?

Sollen wir also gar nicht fahren?

Noch sind es fünf bis max. sechs Wochen bis wir los müssten, um unsere Termine in Deutschlang einhalten zu können: TÜV für‘s Senfle, Ärzte, diverse Klassentreffen, Verwandte und Freunde.

Reisen? Das täglich mehr und mehr eine Frage des Könnens und nicht des Wollens. Italien ist seit heute dicht, ein Durchkommen nach Österreich nur mit ärztlichem Attest möglich.

Links:

Wir richten uns wohl besser darauf ein, dieses Jahr nicht nach Deutschland zu fahren. Bisher ist auf der Insel nichts, aber irgendwann schlüpft der Virus vielleicht doch mit auf die Fähre oder ins Flugzeug – denn, siehe oben:

Nicht betroffen von Verboten sind religiöse Veranstaltungen. Die Kirche in Griechenland wehrt sich gegen jegliche Beschränkungen. Der Bischof von Piräus Serafeim verkündete gar, dass nur diejenigen betroffen sein könnten, welche an Messen samt Eucharistie ohne wahren Glauben teilnehmen würden.

[…]

Ausgerechnet die Professorin für Infektionskrankheiten an der Universität Athen, Eleni Giamarellou, verkündete zum Entsetzen ihrer Kollegen, dass keinerlei Gefahr bestünde und bekräftigte damit die Gerüchte über die denkwürdige Aussage der Hotline.

Auf die Nachfrage, was sie denn machen würde, wenn sie mit ihrer Kommunion direkt nach einem ihr bekannten CoVid-19 Patienten stünde, antwortete die Professorin: „Ich werde mit Glauben an Gott, dass ich mich nicht anstecke, die Kommunion entgegen nehmen. Ich sage ihnen das, was ich auch selbst machen werde.“

Gleichlautend antwortete auch der Kardiologe und SYRIZA-Politiker Giannis Michelogiannakis. Die Parlamentarierin von der Nea Dimokratia, Elena Rapti, betonte am Sonntag gegenüber dem kirchlichen Nachrichtendienst Romfea, dass sie bei der morgendlichen Messe zur Kommunion gegangen war. „Wenn es tiefen Glauben gibt, dann ist die Kommunion heilend“, meinte sie.

Derartige Ansichten wurden auch in den Hauptnachrichtensendungen von Fernsehsendern gezeigt. Die späteren Kommentare von Nachrichtensprechern, dass man sich doch im Zweifel an seinen Mediziner wenden solle, erscheinen angesichts der Tatsache, dass auch Mediziner unter den Befürwortern der Kommunion aus dem gleichen Kelch und mit dem gleichen Löffel zählen, kaum beruhigend.

Corona-Panik nur für Ungläubige?

Ausserdem haben wird ja auch noch diese unselige Katastrophe »nebenan«, die uns der Irre vom Bosporus eingebrockt hat. Es sind wahrlich schwierige Zeiten.

Veröffentlicht unter Deutschland, RundEuropa, RundEuropa2020 | Verschlagwortet mit , , , , | Schreib einen Kommentar

Wie kommt man nach Naxos?

Donnerstag, 27.02.2020, 16:17:27 :: Naxos

Ich hoffe, möglichst viele stellen sich mittlerweile diese Frage:

Wie kommt man nach Naxos?

Für alle, die sich mit dem Gedanken tragen, uns auf Naxos zu besuchen, gibt es hier ein paar Hilfestellungen.

Schreib einen Kommentar

Das politische Griechenland: Wie bisher, wie immer

Dienstag, 18.02.2020, 23:35:38 :: Naxos

Yanis Varoufakis sorgt für Unruhe: 5 Jahre nach seinem Abgang als griechischer Finanzminister gibt er bekannt, dass er seine Audio-Aufzeichnungen aus seiner Ministerzeit veröffentlichen wird: Euroleaks: Why release? And why now?.

Ich habe eine deutsche Übersetzung der oben verlinkten Erklärung hierzu angefertigt: Wer ist Schuld? Varoufakis!

Ich halte es für unerlässlich, sich das zu Gemüte zu führen. Es spielt sich wohl ab, wie seinerzeit die Episode mit dem Speicherstick mit den Steuerhinterziehern: Die amtierende Regierung will nicht wissen was ist und was war. Deshalb wird Y. Varoufakis das volle Transskript der Aufzeichnungen öffentlich machen. Termin: Um den 10. März 2020.

Man darf gespannt sein.

Verschlagwortet mit , , , | Schreib einen Kommentar

* Rund Europa 2020

Samstag, 25.01.2020, 22:18:13 :: Naxos

Mitte April werden wir im Wesentlichen die gewohnte Balkanstrecke nach Deutschland nehmen. Einiges Neues wird es aber dennoch geben – zu viel liegt auf dieser Strecke, als dass ich sagen könnte, wir hätten nun langsam alles gesehen. Die Rückreise wird aber sicher interessanter …


Rot: 2006, blau: entlang der Save, gelb: fehlen Donauabschnitte

Hier geht’s zum aktuellen Stand.

Veröffentlicht unter Reisen, RundEuropa2020 | Verschlagwortet mit , , | Schreib einen Kommentar

75 Jahre Befreiung von Auschwitz

Sonntag, 26.01.2020, 14:50:59 :: Naxos
Dienstag, 28.01.2020, 11:41:26 :: Naxos

Brecht hatte recht.

Hier zum einen der Hinweis auf einen aktualisierten Beitrag vom September 2007, den ich nach unserem Besuch von Auschwitz niedergeschrieben habe. Wir waren nach »Auschwitz I« so fertig, dass wir Birkenau gar nicht mehr besuchten. Fotos? Keine.

Was uns aber damals ins Auge stach: Die Infotafeln. Der Gegegensatz konnte nicht grösser sein, überall Scharen vor allem junger Israelis und bei Lesen der Tafeln der Eindruck, dass hier eigentlich nur Polen ermordet wurden. Auch 2003 in Warschau: Die Gedenkstätte des Warschauer Ghettos suchten wir vergeblich … Soviel zur offiziellen polnischen Sichtweise der eigenen Geschichte.

Der heutige 75. Gedenktag ist überschattet von wieder sehr hoher Kriegsgefahr, Wortgefechten über die Deutungshoheit darüber, wer welche Schuld am 2. Weltkrieg habe, die Rolle Polens, der Roten Armee … Gut, dass jemand zusammenfassend berichtet.

Links:

Das Buch von Pavel Polian, zur Lektüre empfohlen; auch als EBook

Vorsatz aus eben diesem Buch

 

Der FREITAG: Deutschland macht mich ratlos :: (PDF)

Veröffentlicht unter Auschwitz, D, Deutschland, Kultur + Gesellschaft, KZ, PL, Polen, RUS, Russland | Verschlagwortet mit , , , , | Schreib einen Kommentar

Ägäis: Der türkisch-griechische Konflikt

Freitag, 24.01.2020, 18:50:31 :: Naxos

Dieser Konflikt kommt in deutschen Medien so gut wie nie vor. Warum? Ansehen!

Es ist alles brandgefährlich …

Veröffentlicht unter Erdöl, Erdgas, EU, Europa, GR, Griechenland, Türkei, TR | Verschlagwortet mit , , , , , , | Schreib einen Kommentar

Medien: Glotze, Zeitung, Blogs?

Freitag, 24.01.2020, 11:07:50 :: Naxos

Wo und was soll man lesen? Reicht die Tageszeitung, die morgens im Briefkasten steckt? Die abendliche Viertelstunde vor der Glotze? Das werbeschwangere Gebabbel im Radio?

Für alle, die hier vorbei schauen: Hier findet Ihr eine Linksammlung zu Informationsquellen im ausufernden Mediendschungel.

Instagram und Facebook reichen eben nicht.

Veröffentlicht unter Medien, Presse, Rundfunk, TV | Verschlagwortet mit , , | Schreib einen Kommentar

Wir sind von Sinnen: AKKs „Hunnenrede“

Samstag, 09.11.2019, 14:37:17 :: Naxos

Dies ist ein Beitrag, den ich von den Nachdenkseiten übernommen habe.

Wenn es noch einen Beleg für die Rechtsverschiebung des politischen Diskurses braucht, dann ist dies das Schweigen zu AKKs „Hunnenrede“

Die CDU-Vorsitzende und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat eine Grundsatzrede zur neuen sicherheitspolitischen Ausrichtung Deutschlands und den damit verbundenen Aufgaben für die Bundeswehr gehalten. Unter anderem gehe es nun darum, „Chinas Machtanspruch“ im „Indo-Pazifischen Raum“ einzudämmen, um Deutschlands globale wirtschaftliche Interessen zu verteidigen. Noch vor wenigen Jahren wäre dies ein Tabubruch gewesen und Kramp-Karrenbauer hätte einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Doch heute? Bleiernes Schweigen. Von Jens Berger.

„Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.“

Nein, diese Sätze stammen nicht aus Kramp-Karrenbauers Grundsatzrede, sondern aus einem Interview, das der damalige Bundespräsident Horst Köhler am 22. Mai 2010 dem Deutschlandfunk gab. Die Kritik, die diesen Sätzen folgte, war gewaltig. Der damalige SPD-Fraktionsführer Thomas Oppermann verkündete, „Wir wollen keinen Wirtschaftskrieg“. Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin sagte, „Wir brauchen weder Kanonenbootspolitik noch eine lose rhetorische Deckskanone an der Spitze des Staates“ und befand, Köhlers Äußerungen stünden nicht mehr auf dem Boden des Grundgesetzes. Auch aus den Reihen der damaligen Regierungsparteien CDU und FDP gab es Kritik. Köhlers Äußerung sei „keine besonders glückliche Formulierung, um es vorsichtig auszudrücken“ (Ruprecht Polenz, CDU) und „etwas befremdlich“ (Rainer Stinner, FDP). Sogar sicherheitspolitischen Falken gingen diese Äußerungen zu weit. Michael Wolffsohn forderte Köhler auf, er solle sich öffentlich korrigieren. Der Verfassungsrechtler Ulrich Preuß von der Berliner Hertie School of Governance resümierte: „Das ist eine durch das Grundgesetz schwerlich gedeckte Erweiterung der zulässigen Gründe für einen Bundeswehreinsatz um wirtschaftliche Interessen. Da ist ein imperialer Zungenschlag erkennbar“.

Aus einer politischen wurde schnell eine gesellschaftliche Debatte und die Kritik an Horst Köhler war so präsent, dass sich dieser wenige Tage später zum Rücktritt gedrängt fühlte und sein Amt niederlegte. Das war vor etwas mehr als neun Jahren. Schauen Sie sich Köhlers Äußerungen noch einmal an und vergleichen Sie sie mit den Äußerungen in Annegret Kramp-Karrenbauers Grundsatzrede

Es besteht breite Übereinstimmung, dass Deutschland angesichts der strategischen Herausforderungen aktiver werden muss. […] Ein Land unserer Größe und unserer wirtschaftlichen und technologischen Kraft, ein Land unserer geostrategischen Lage und mit unseren globalen Interessen, das kann nicht einfach nur am Rande stehen und zuschauen. Nicht einfach nur abwarten, ob andere handeln, und dann mehr oder weniger entschlossen mittun, oder auch nicht mitzutun. […] Unsere Partner im Indo-Pazifischen Raum – allen voran Australien, Japan und Südkorea, aber auch Indien – fühlen sich von Chinas Machtanspruch zunehmend bedrängt. Sie wünschen sich ein klares Zeichen der Solidarität. […] Wir sind die Handelsnation, die von internationaler Verlässlichkeit lebt.
Wir sind neben China führend in der internationalen Containerschifffahrt – und auf freie und friedliche Seewege angewiesen. […] Denn natürlich hat Deutschland wie jeder Staat der Welt eigene strategische Interessen. Zum Beispiel als global vernetzte Handelsnation im Herzen Europas.

Zur grundsätzlichen Frage, ob es sinnvoll ist, den Welthandel militärisch abzusichern, hatte Albrecht Müller im August bereits Stellung bezogen. Was hier besonders ins Auge fällt: Während Köhlers Äußerungen vor neun Jahren noch als Tabubruch wahrgenommen wurden und dementsprechend kontrovers diskutiert wurden, löste Kramp-Karrenbauers Grundsatzrede vor allem eins aus: Schweigen.

Offenbar gehört es mittlerweile zum normalen politischen Diskurs, aus wirtschaftlichen Motiven heraus globale Machtansprüche zu formulieren und diese Ansprüche auch militärisch zu „verteidigen“ oder besser gesagt durchzusetzen. Was vor neun Jahren noch als Tabubruch wahrgenommen wurde, ist heute Normalität.

Es wäre auch falsch, dies nun auf die Person Kramp-Karrenbauer zu fokussieren. Es ist kaum vorstellbar, dass die CDU-Vorsitzende und Verteidigungsministerin ihre Aussagen nicht zuvor mit der Kanzlerin und sicherlich auch mit ihren internationalen Partnern aus der NATO und den USA abgestimmt hat. Dort wird man diesen Vorstoß sicher mit Freude vernommen haben, fordert Kramp-Karrenbauer – mit Rückendeckung der Kanzlerin – in ihrer Rede doch auch andere Dinge, die vor wenigen Jahren noch ein Tabubruch wären – z.B. will sie Deutschlands Sicherheit künftig auch in der Sahelzone verteidigen und fordert nachdrücklich eine massive Aufrüstung gemäß des 2%-Ziels.

Und die Reaktionen? Die Linkspartei kritisiert die Äußerungen erwartungsgemäß und auch aus den Reihen der Grünen ist dezente Kritik zu vernehmen. Was erstaunlich ist, hatte Grünen-Chef Habeck doch vor kurzer Zeit selbst eine militärische Sicherung der Handelswege für „denkbar“ gehalten Die SPD geht indes auf Tauchstation. Verständlich, denn auch aus ihren Reihen gab es in den letzten Monaten Vorstöße in diese Richtung. Die Medien verteidigen Kramp-Karrenbauer sogar proaktiv gegen die gar nicht vorhandene Kritik. Der Tagesspiegel meint, sie sei „auf dem richtigen Weg“ und die FAZ sekundiert, „Ja, wir müssen uns engagieren“. Und der Rest ist Schweigen. Es ist hoffnungslos.

Titelbild: Germans to the front! – Nach einem Gemälde von Carl Röchling 1855-1920

Veröffentlicht unter Deutschland, Europa, Krieg, Politik | Verschlagwortet mit , , | Schreib einen Kommentar

Vom Wert westlicher Werte

Weiter zum Artikel

Veröffentlicht unter Grossbritannien, Kultur + Gesellschaft, Politik, Presse, Recht, USA | Verschlagwortet mit , | Schreib einen Kommentar